Geld verdienen mit Wein – Spekulieren mit dem Rebensaft

Es wird sehr viel darüber geschrieben und somit bietet das Thema ‚Mit Wein Geld verdienen‘ enorm viel Lesestoff.

Weine aus Bordeaux und Burgund als Kassenschlager

Spekulanten berichten von grandiosen Renditen, die sich mit dem Kauf und Verkauf von Weinen erzielen lassen. Gefragt ist da natürlich Bordeaux und Burgund. Ich sammle jetzt bereits seit Jahrzehnten hochwertigen Wein und die Weinpreise haben sich tatsächlich ganz gut entwickelt.

Die Bordeaux Preise sind vor allem 2009 und 2010 in astronomische Höhen gestiegen und diese haben bei vielen Käufern eine regelrechte Spekulationswut ausgelöst. Gekauft wurde alles, was gut und teuer ist: Lafite, Mouton Rothschild, Cheval Blanc, Latour und Chateau Margaux waren eine sichere Bank bei der Subskription.

Weine nach 2011

Doch dann kam 2011 und die darauffolgenden Jahrgänge und die Ex-Chateau und Subskriptionspreise sind um teilweise 70% und mehr gefallen. Zu Recht, wenn es nach mir geht. Die Weine sind immer noch um ein Vielfaches teurer als in den 90iger oder gar 80iger Jahren. Selbst wenn die Inflation großzügig einberechnet ist, sind die Steigerungsraten immer noch atemberaubend. Diese Einleitung hört sich ja sehr verlockend an, aber jetzt einige Worte der Ernüchterung:

Gründe gegen ein Weininvestment

Erstens: Die fetten Jahre sind vorbei. Verdienen konnten Sie vor allem in den 80igern und da vor allem mit dem grandiosen Jahrgang 1982 oder auch 1985.

Zweitens: Wein ist kein besonders liquides Handelsgut, wenn Sie diesen privat verkaufen möchten. Der Händlereinkauf ist ca. 50% unter dem Händlerverkauf. Diese 50% müssen Sie zuerst einmal über die Wertsteigerung verdienen.

Drittens: Für kleinere Mengen sind die Lagerkosten teuer. Wenn Sie 100 Flaschen in der OHK perfekt lagern wollen, dann ist das ein großer Aufwand. Denken Sie an Stromkosten und die regelmäßige Wartung der Klimaanlage. In einem Naturkeller werden die Etiketten schlecht und diese sollten gut erhalten sein, so wie bei Briefmarken. Jede Schleifspur ist wertmindernd – ja, das ist schwachsinnig, aber der Markt ist leider so.

Viertens: Der Markt ist nicht nur bei Händlern schwierig, sondern auch bei Versteigerungen. Verdienen können Sie da in der Regel nur mit „Ausnahme-Weinen“. Wenn Sie eine 1990 Romanée Conti La Tache oder La Romanée versteigern oder eine 1982er Lafite in der Magnum oder 12er OHK, dann geht was. Trotzdem ist die Einlieferung viel Aufwand und der Erlös ist nicht gesichert. Das Auktionshaus verlangt dann noch ca. 20% Provision.

Bei gehobenen Mittelklasse-Weinen können Sammler bei einem Kaufpreis von einigen hundert Euro oft schöne Schnäppchen erzielen. Was aber dann eher schlecht für die Verkäufer ist.

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